Makrokosmos - Ölmalerei von Herbert Wiedergut
EROSION
1998, Öl auf Leinwand, Höhe: 100 cm, Breite: 100 cm.
„Erosion“ zeigt den langsamen, aber unaufhaltsamen Prozess der Veränderung als ein kosmisch‑irdisches Spannungsfeld. Die Komposition wirkt wie eine aufgebrochene Oberfläche, in der sich Farbschichten gegeneinander verschieben, abtragen und neu formen. Warme Erdtöne – Ocker, Rostrot, gebrochene Brauntöne – treffen auf kühle Blau‑ und Grauzonen, die wie freigelegte Schichten eines geologischen oder planetaren Körpers erscheinen.
Die malerische Struktur ist geprägt von kraftvollen, teils pastosen Bewegungen, die an Wind, Wasser oder tektonische Kräfte erinnern. Linien und Risse durchziehen das Bild wie Spuren der Zeit, während helle Partien an Lichtreflexe erinnern, die über eine zerklüftete Oberfläche gleiten.
Das Werk verbindet den Gedanken der natürlichen Abtragung mit einer kosmischen Dimension: Erosion erscheint hier nicht als Verlust, sondern als fortwährender Transformationsprozess, der neue Formen, Räume und Energien freilegt.
Ausgestellt in „Kosmos im Licht“, Zeiss‑Großplanetarium Berlin.




