Makrokosmos - Ölmalerei von Herbert Wiedergut
ERDRISS
1996, Öl auf Papier, Höhe: 50 cm, Breite: 65 cm.
„Erdriss“ zeigt die dramatische Spannung eines aufbrechenden Erdreichs, das sich wie eine offene Wunde durch die Landschaft zieht. Aus der Tiefe steigt eine mächtige weiße Rauch- oder Dampfsäule empor, die sich kraftvoll gegen den dunklen Himmel absetzt. Die farbintensiven Schichten des Bodens – Ocker, Rotbraun, Gelb – wirken wie geologische Zeitlinien, die im Moment des Aufbrechens sichtbar werden.
Das Werk verbindet Naturgewalt und Symbolik: Der Riss steht für Veränderung, für das Unvermeidliche, das sich Bahn bricht, während die aufsteigende Säule eine Mischung aus Energie, Reinigung und Neubeginn vermittelt. Die Komposition ist streng axial, aber emotional hoch aufgeladen – ein Bild, das sowohl Erdverbundenheit als auch eruptive Befreiung ausdrückt.
Mit seiner Mischung aus expressiver Farbigkeit, geologischer Struktur und poetischer Dramatik gehört „Erdriss“ zu jenen Arbeiten, die den Blick fesseln und zugleich Raum für persönliche Deutung lassen.
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